Der Gartenmarkt im Mai

Heute in der Freien Presse.

Im Bürgergarten wächst auch der Gemeinschaftssinn

In der Parzelle am Tuttendorfer Weg legen Jung und Alt nicht nur gemeinsam Beete an. Sie wollen auch die natürliche Artenvielfalt schützen und erhalten.

Freiberg. Zum zweiten Gartenmarkt mit Pflanzen- und Saatguttauschbörse hatte der Freiberger Freigärten-Verein am Samstag in den ersten städtischen Bürgergarten am Tuttendorfer Weg eingeladen. Seit einem Jahr bewirtschaftet der Verein die gepachtete Parzelle gemeinsam mit Freiberger Bürgern. „Wir möchten, dass hier Leute, die keinen eigenen Garten haben oder kein Grundstück besitzen gemeinsam gärtnern können“, erklärt Holger Lueg die Idee des Bürgergartens.

Zudem soll die natürliche Umwelt in der bergbaulastigen Region geschützt und erhalten werden, informiert das Gründungsmitglied des Vereins. Ziel des 2013 gegründeten Vereins ist es außerdem, ökologisch und gesellschaftlich nachhaltige Naturprojekte zu fördern.

„In den Märkten gibt es im Gartenangebot eine große Auswahl an ausländischen Pflanzen und Saatgut. Wir möchten die heimische Artenvielfalt wieder in die Gärten bringen“, erklärt Holger Lueg. Neben den Wildpflanzen Pechnelke, Heidenelke, Königskerze und Natternkopf ziehen die Hobbygärtner unter anderem Mohn, Margeriten und Barbarakraut im Bürgergarten.

Dieser gliedert sich in die Bereiche Biotop und Natur sowie traditionelle Stauden, Kräuter- und Gemüsepflanzen. In dem Naturteich haben sich bereits Kaulquappen des Grasfrosches angesiedelt. Die Hobbygärtner erwarten demnächst noch Molche und Libellen. Im Teich wachsen unter anderem das bittere Schaumkraut und der Blutweiderich. Am Ufer blüht bereits die Kuckuckslichtnelke.

Auf dem Aushub des Teiches haben die Vereinsmitglieder eine Sandschicht angelegt. „In der Trockenzone wollen wir neben den Wildpflanzen auch Eidechsen und Blindschleichen ansiedeln. Und die erste Echse ist schon da“, freut sich Lueg. „Der Garten ist eine Art Miniökolabor, in dem wir Schönheit, Wildpflanzen und Nachhaltigkeit verbinden“, betont der Initiator.

Derzeit bewirtschaften vor allem Studenten und junge Familien neun Beete. Sie haben Hochbeete mit rund zwei Metern Durchmesser aus alten Fässern angelegt. In ihnen wachsen Kräuter, Salate, Radieschen, Mangold, der gute Heinrich und Erdbeeren. „In Zukunft wollen wir aus Holz schneckensichere Hochbeete bauen“, erzählt Holger Lueg. Zudem ist ein Gemeinschaftsbeet für Zucchini geplant.

In dem Bürgergarten gibt es sogenannte Gruppenbeete, wo Arbeit und Ernte geteilt werden, Gemeinschaftsbeete, die alle Hobbygärtner pflegen, und eigene Beete. Die Pacht, Versicherungen, Materialen, Werkzeuge und Reparaturen werden durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert. „Pflanzen, die nicht mehr gebraucht werden, können gerne vorbeigebracht werden“, sagt Holger Lueg. Auch Schulklassen und Kindergartengruppen sind für Exkursionen willkommen.

erschienen in der Freien Presse am 11.05.2015 ( Von Esther Sarah Wolf )

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